Teerflecken vom Lack entfernen: So gehen die schwarzen Punkte runter

Du wäschst dein Auto, alles sauber, und dann siehst du sie: kleine schwarze oder braune Punkte hinter den Radhäusern, an den Schwellern und unten an den Türen. Die gehen mit Shampoo einfach nicht weg. Das ist in den meisten Fällen Teer. Ich zeige dir, wie du die Flecken loswirst, ohne dir dabei den Lack zu verkratzen.

Woher kommt der Teer?

Schwarze Teerflecken auf dem Lack hinter dem Vorderrad

Teer und Bitumen stecken im Straßenbelag. Bei Hitze, frisch geteerten Straßen oder Baustellen werden kleine Partikel von den Reifen aufgenommen und hochgeschleudert. Deshalb findest du die Flecken fast immer im unteren Bereich des Autos, direkt hinter den Rädern und natürlich auch auf den Felgen. Im Sommer hast du das deutlich häufiger als im Winter.

Teer ist klebrig und wasserabweisend. Ein normales Shampoo kommt dagegen kaum an. Du brauchst einen Teerentferner, der die Flecken anlöst, damit du sie ohne Druck abnehmen kannst.

Schritt für Schritt: Teer entfernen

Angelöste Teerflecken mit Mikrofasertuch vom weißen Lack wischen

1. Auto waschen und trocknen. Erst den losen Schmutz runter, sonst reibst du ihn beim Abnehmen des Teers in den Lack.

2. Teerentferner aufsprühen. Die betroffenen Stellen gezielt einsprühen. Am besten im Schatten und auf kühlem Lack arbeiten.

3. Einwirken lassen. Das ist der wichtigste Teil. Bei meinem Test mit dem ValetPro Citrus Tar and Glue Remover konnte man richtig zusehen, wie sich die Teerflecken langsam auflösen und kleine Nasen runterlaufen. Gib dem Mittel die Zeit, die auf der Flasche steht.

4. Mit Tuch oder Schwämmchen abnehmen. Ich gehe mit einem Auftragsschwämmchen oder einem Mikrofasertuch ganz sanft drüber. Du wirst sehen, dass sich das Tuch braun bis schwarz färbt. Das ist der gelöste Teer.

5. Wiederholen statt rubbeln. Sitzt ein Fleck noch, nochmal einsprühen, nochmal einwirken lassen. Bei einer alten BMW Felge meiner Eltern war der Teer jahrelang drauf, da musste ich mehrere Durchgänge machen. Mit Gewalt bringt das nichts.

6. Nachwaschen. Reste vom Teerentferner gründlich abspülen oder die Stellen nochmal mit Shampoo waschen.

7. Kneten, wenn nötig. Bleibt die Oberfläche danach noch rau, ist Kneten der nächste Schritt. Bei meinem Felgentest mit Nigrin habe ich nach Felgenreiniger und Flugrostentferner genau das empfohlen, weil noch ein paar Reste übrig waren. Wie das mit der Knete funktioniert, zeige ich dir in meinem Beitrag zur Sonax Clay Lackknete.

8. Schutz auftragen. Teerentferner nehmen oft auch Wachs oder Versiegelung mit runter. Deshalb kommt danach wieder Schutz auf die Stellen. Ein gut versiegelter Lack lässt sich beim nächsten Mal auch leichter reinigen.

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Teer auf Felgen

Die Felgen bekommen fast immer mit ab. Hier gehe ich genauso vor: erst normal mit Felgenreiniger und Bürste reinigen, gut abspülen, Felge trocknen und dann gezielt den Teerentferner auf die verdächtigen Stellen. Mehr zur Felgenreinigung findest du in meinem Beitrag Alufelgen reinigen und eingebrannten Bremsstaub entfernen.

Typische Fehler

Mit dem Fingernagel kratzen. Verständlich, aber du riskierst Kratzer im Klarlack.

Keine Einwirkzeit geben. Sprühen und sofort rubbeln heißt viel Druck und wenig Wirkung.

Auf heißem Lack arbeiten. Das Mittel trocknet an, bevor es wirken kann.

Mit einem dreckigen Tuch weitermachen. Ist das Tuch voller Teer, verschmierst du ihn nur. Lieber öfter eine saubere Stelle nehmen.

Kunststoff und Folie vergessen. Auf unlackierten Teilen, matten Flächen oder Folierungen den Teerentferner erst an einer unauffälligen Stelle testen.

Nach dem Entfernen nicht schützen. Dann ist der Lack an genau den Stellen offen, die am meisten abbekommen.

Die richtige Reihenfolge

Wenn du ohnehin eine größere Aufbereitung planst, gehört das Teerentfernen in die Dekontamination: waschen, Teer entfernen, Flugrost entfernen, kneten und erst dann polieren und versiegeln. Die komplette Reihenfolge habe ich dir in meiner Detailing Flow Chart zusammengestellt. Und wenn du noch Fragen zu deinem Teerproblem hast, schreib mir gerne unter das Video.

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