Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen und die Rückseiten der Sitze: Im Innenraum ist fast alles aus Kunststoff. Und genau da sieht man nach ein paar Wochen Staub, Fingerabdrücke und graue Schlieren. Bei mir kommen noch Kinderschuhe dazu, die beim Einsteigen an der Lehne und an der Leiste hängen bleiben. Ich zeige dir hier, wie ich Kunststoff innen reinige und danach pflege, damit er sauber aussieht und nicht glänzt wie eine Speckschwarte.
Warum Kunststoff im Innenraum so schnell schmuddelig aussieht

Auf dem Cockpit landet jeden Tag feiner Staub aus der Lüftung, dazu Hautfett von den Händen und ab und zu ein Spritzer Kaffee. Das Zeug setzt sich in die Narbung, also in die feine Struktur der Oberfläche. Von oben wischen bringt dann oft nur wenig, weil der Schmutz in den Poren sitzt. Und wenn die Sonne lange aufs Armaturenbrett knallt, wird der Kunststoff mit der Zeit trocken und grau. Deshalb unterscheide ich immer zwischen zwei Schritten: erst richtig reinigen, dann pflegen. Pflege auf Dreck macht nur einen schmierigen Film.
Vorbereitung: Staub raus, bevor es nass wird
1. Grob absaugen. Ich sauge Ablagen, Türtaschen und die Mittelkonsole zuerst aus, damit keine Krümel unters Tuch kommen.
2. Ritzen mit dem Pinsel. Mit einem weichen Detailpinsel hole ich Staub aus Nähten, Tasten und Lüftungsdüsen und sauge direkt dahinter ab.
3. Material anschauen. Matter Narbkunststoff verträgt mehr als Hochglanz Schwarz, Displays oder verchromte Leisten. Die empfindlichen Flächen mache ich separat und nur ganz sanft.
Welcher Reiniger? Mein Vergleich aus dem Video
Ich habe vier Produkte direkt nebeneinander an einer stark verschmutzten Stelle getestet, jedes mit einem eigenen, gleichen Tuch. Mit dabei waren Surf City Garage Dash Away, Dr. Wack All in One, der Sonax Profiline Sensitive Surface Detailer und das Gummifix von Koch Chemie.
Ganz klarer Gewinner bei mir war der Sonax Sensitive Surface Detailer. Der schäumt richtig stark und ich musste nur ganz leicht tupfen und reiben, dann war die Stelle sauber. Einziger Kritikpunkt: Bei mir kam die Flasche ohne Sprühkopf, den musst du dir selbst draufmachen. Dicht dahinter lag der Dr. Wack All in One. Der ging schnell und mit wenig Druck, hat aber in ein paar Poren noch etwas Schmutz gelassen. Der Dash Away hat ordentlich gereinigt, eine Ecke ist bei mir aber trotz zweitem Durchgang nicht richtig sauber geworden. Das Gummifix hat gar nicht geschäumt und ist für mich eher eine Pflege als ein Reiniger. Als Reiniger würde ich es nicht benutzen.
So reinige ich Cockpit und Verkleidungen Schritt für Schritt
1. Reiniger ins Tuch, nicht aufs Auto. Gerade im Cockpit sprühe ich ins Mikrofasertuch, sonst hast du Sprühnebel auf Scheibe, Display und Tacho.
2. Kleine Fläche nach der anderen. Ein Stück Armaturenbrett oder eine Türverkleidung, nicht der ganze Innenraum auf einmal, damit nichts antrocknet.
3. Mit leichtem Druck wischen. Bei Schmutz in der Narbung hilft eine weiche Innenraumbürste, die den Reiniger in die Struktur bringt.
4. Tuch wenden. Wenn das Tuch grau wird, falte ich es auf eine saubere Seite. Sonst schiebst du den Dreck nur hin und her.
5. Trocken nachwischen. Mit einem zweiten, trockenen Tuch nehme ich Reste ab. Danach siehst du, ob die Fläche gleichmäßig ist oder eine Stelle noch mal braucht.
Pflegen: matt oder glänzend?

Nach dem Reinigen kommt die Pflege. In einem anderen Video habe ich auf einer alten Stoßstange vom Schrottplatz den Dr. Wack A1 Kunststoff Tiefenpfleger in matt und in glänzend nebeneinander getestet. Der Unterschied war deutlich, und vorher nachher war richtig stark. Trockener Kunststoff saugt das Zeug regelrecht ein, da musst du eventuell ein zweites Mal auftragen.
Wichtig für den Innenraum: Draußen lasse ich den Tiefenpfleger ein paar Minuten einwirken, innen nimmst du die Überschüsse kurz nach dem Auftragen direkt ab. Und nimm lieber weniger, ich nehme auch immer zu viel. Ob matt oder glänzend ist Geschmackssache. Meine Tendenz geht innen klar zu matt, denn in direkter Sonne wirkt Glanz schnell speckig und spiegelt im Zweifel noch in der Scheibe.
Typische Fehler, die ich immer wieder sehe
Pflege statt Reinigung. Wer nur Pflegemittel auf das schmutzige Cockpit wischt, versiegelt den Dreck und bekommt einen schmierigen Film.
Zu viel Produkt. Überschüsse ziehen Staub an und glänzen fleckig. Dünn auftragen und abnehmen.
Glänzende Pflege auf Pedale oder Lenkrad. Alles, was du mit Händen oder Füßen bedienst, muss griffig bleiben. Da kommt keine rutschige Pflege drauf.
Displays wie Kunststoff behandeln. Bildschirme und Hochglanz Teile verkratzen schnell. Die reinige ich nur mit einem sauberen, weichen Tuch und einem milden Reiniger.
Ein Tuch für alles. Wenn das Tuch vom Fußraum noch Sand hat, landet der auf der Mittelkonsole als Kratzer.
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Wie ich das ganze Auto innen angehe, steht in meiner Anleitung zur Innenraumreinigung. Für Staub in den Düsen schau dir Lüftungsdüsen und Ritzen im Auto reinigen an. Wenn deine Mittelkonsole aus schwarzem Hochglanz ist, lies vorher Klavierlack im Auto reinigen. Und meinen älteren Beitrag zur Dr. Wack Kunststoff Tiefenpflege matt gibt es auch noch. Den Matt gegen Glanz Test an der Stoßstange findest du im Video zur Kunststoffaufbereitung.
Hier siehst du meinen Vergleich der vier Kunststoffreiniger im Video:
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