Ein guter Allzweckreiniger ist für mich eins der wichtigsten Produkte im ganzen Waschregal. Im Englischen heißt das Zeug All Purpose Cleaner, kurz APC, und genau so wird es meistens auch genannt. Damit reinige ich Einstiegsleisten, Türfalze, Fußmatten, den Motorraum und noch vieles mehr. Der Haken: Ein APC ist meistens ein Konzentrat, und wer ihn falsch verdünnt, verschwendet entweder Geld oder riskiert Flecken auf empfindlichen Flächen. Ich zeige dir, wie ich damit arbeite.
Was ein Allzweckreiniger eigentlich ist

Ein APC ist ein Reiniger, der Schmutz auf ganz unterschiedlichen Oberflächen löst. Die meisten Produkte sind alkalisch, also das Gegenteil von sauer. Bei meinem Koch Chemie Green Star steht auf dem Etikett ein pH Wert von 12,5. Das klingt erst mal heftig, im verdünnten Zustand ist er aber trotzdem nicht so aggressiv, dass er bei richtiger Anwendung irgendwas angreift. Alkalische Reiniger sind stark gegen Fett, Öl, Insektenreste und grauen Alltagsschmutz. Genau deshalb gehört so ein Reiniger für mich in jeden Haushalt, in dem jemand Wert auf sein Auto legt.
Es gibt aber auch fertig gemischte Innenreiniger wie den Koch Chemie ASC oder den Dr. Wack A1 All in One. Die kommen direkt aus der Sprühflasche und sind eher für Cockpit, Displays und leichte Verschmutzungen gedacht. Konzentrat oder fertiger Reiniger ist also die erste Frage, die du dir stellen solltest.
Das Mischungsverhältnis entscheidet alles
Bei einem Konzentrat steht auf der Flasche, wie stark du es je nach Einsatz verdünnen sollst. Bei meinem Green Star ist das nach Bereich aufgeteilt: Für Motor und außen deutlich kräftiger, für Innenraum und Textil viel schwächer. Da steht bei mir ungefähr 1:20, bei leichtem Schmutz sogar 1:30. Die stärkste Mischung, die überhaupt empfohlen wird, ist 1:3. Das zeigt dir schon, wie ergiebig so ein Liter ist. Ich komme damit gefühlt ewig aus.
Meine Regel: lieber mit einer schwachen Mischung anfangen und nur bei Bedarf stärker werden. Damit du nicht jedes Mal rechnen musst, kannst du meinen Mischungsverhältnis Rechner nutzen. Da gibst du Verhältnis und Flaschengröße ein und siehst sofort, wie viel Konzentrat und wie viel Wasser rein müssen. Lies trotzdem immer das Etikett deines eigenen Produkts, denn jeder Hersteller gibt andere Werte an.
So gehe ich im Innenraum vor

1. Erst saugen. Krümel und Sand kommen vorher raus, sonst reibst du sie mit dem Tuch nur durch die Gegend.
2. Sprühflasche beschriften. Ich fülle die verdünnte Mischung in eine eigene, gute Sprühflasche und schreibe drauf, was drin ist und in welchem Verhältnis.
3. Aufs Tuch statt aufs Bauteil. Gerade an Elektronik, Tastern und technischen Bauteilen sprühe ich nie direkt drauf. Ich gebe einen kleinen Sprühstoß aufs Mikrofasertuch und wische damit.
4. Kurz einwirken lassen. Bei stärkerem Schmutz, etwa auf der Einstiegsleiste, lasse ich die Mischung einen Moment arbeiten und gehe in Ritzen mit einem weichen Pinsel nach.
5. Rückstände aufnehmen. Mit einem feuchten, sauberen Tuch oder bei Polstern mit dem Nass Trockensauger hole ich den gelösten Dreck wieder raus. Wie ich Polster ohne Ränder reinige, zeige ich dir in meinem Beitrag zu Stoffsitzen im Auto.
Fertiger Innenreiniger: ASC gegen Dr. Wack
Für Displays, Tachoscheibe und Cockpit nehme ich lieber einen fertigen Innenreiniger. Ich habe den Koch Chemie ASC und den Dr. Wack A1 All in One direkt nebeneinander getestet, jeweils mit zwei kleinen Sprühstößen auf ein eigenes Tuch. Auf dem Navidisplay waren beide streifenfrei, da habe ich wirklich keinen Unterschied gesehen. Der ASC ist etwas flüssiger, der Dr. Wack gleitet besser übers Tuch und schäumt minimal. Auf Hartplastik und an der Einstiegsleiste hat mir der Dr. Wack besser gefallen, weil er schöner auffrischt. Bei Flecken in der Fußmatte haben beide gut gearbeitet. Meinen älteren Beitrag zum Koch Chemie ASC findest du hier, den ganzen Vergleich siehst du im Video Dr. Wack gegen ASC.
APC im Motorraum und außen
Im Motorraum nutze ich die kräftigere Mischung, aber mit Gefühl. Ich sprühe nicht wild auf Stecker und Elektrik, sondern arbeite gezielt mit Tuch und Pinsel. Außen eignet sich ein APC gut für Reifenflanken, Radkästen oder stark verschmutzte Kunststoffteile. Auftragen, kurz einwirken lassen und gründlich abspülen. Wie ich den Motorraum danach konserviere, liest du in meinem Beitrag zum Motorraum reinigen mit Motorplast.
Typische Fehler mit Allzweckreiniger
- Zu stark gemischt: Mehr Konzentrat heißt nicht automatisch sauberer. Es bleiben eher Rückstände und Flecken.
- Antrocknen lassen: In der prallen Sonne oder auf heißen Flächen trocknet die Mischung zu schnell und hinterlässt Ränder.
- Direkt auf Elektronik sprühen: Immer erst aufs Tuch, besonders an Displays und Tastern.
- Nicht testen: Bei Leder, Alcantara oder Hochglanz probierst du die Mischung vorher an einer versteckten Stelle.
- Nicht nachwischen: Reinigerreste ziehen später wieder Schmutz an, also immer mit einem sauberen Tuch nacharbeiten.
Mein Fazit
Ein Allzweckreiniger ist günstig, unglaublich ergiebig und nimmt richtig Dreck mit. Wenn du ihn passend verdünnst und mit Tuch und Pinsel arbeitest, ersetzt er dir eine ganze Reihe Spezialreiniger. Für Displays und das Cockpit greife ich zusätzlich zu einem fertigen Innenreiniger. In meinem Video stelle ich dir den Green Star genauer vor:
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